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Berufsschule vor Ort: Landrat Jobi und BürgermeisterWeik plädieren für Zusammenarbeit

Trotz sinkender Schülerzahlen soll das Bildungsangebot vor Ort sichergestellt werden. Das gelingt nur, wenn Berufskollegs kooperieren, sagen Landrat Hagen Jobi und Bürgermeister Eric Weik (Oberbergischer Kreis/ Wermelskirchen). Die demografische Entwicklung macht auch vor den Berufskollegs nicht halt. Das ist das Ergebnis der kreisweiten Schulentwicklungsplanung für den Oberbergischen Kreis. Deren Ergebnisse für den Bereich der Berufskollegs sind im Kreisschulausschuss (20. Februar 2014) vorgestellt worden. Neben den 3 Berufskollegs des Kreises hat der Gutachter Wolf Krämer-Mandeau seinen Blick auch auf das Berufskolleg Bergisch Land in Wermelskirchen gerichtet, das die Beschulung auch oberbergischer Berufsschüler aus Radevormwald und Hückeswagen sicherstellt. Schulträger in Wermelskirchen ist der Zweckverband der Städte Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen.

Vom demografischen Wandel sind alle Schulträger betroffen

Wenn auch mit zeitlicher Verzögerung – die Schülerzahlen werden sinken. Als Folge können Berufskollegs zukünftig die erforderlichen Mindestschülerzahlen für einzelne Bildungsgänge nur noch schwer oder gar nicht mehr darstellen. Kleinere Berufschulstandorte wie Wipperfürth oder Wermelskirchen sind von dieser Entwicklung schneller und massiver betroffen als größere. Sie haben weniger Schüler, aber ein gleich großes Bildungsangebot wie größere Standorte. Besonders gefährdet sind die Bildungsgänge in den Ausbildungsberufen des dualen Systems.

Drohendem Fachkräftemangel entgegenwirken

Brechen einzelne Bildungsgänge in der Berufschule weg, bedeutet das für die davon betroffenen Auszubildenden weite Wege und für die Betriebe längere Abwesenheitszeiten. Eine wohnort- und betriebsnahe Beschulung der Auszubildenden wirkt sich dagegen positiv auf die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe aus, bindet junge Menschen an die Region und ist Bestandteil der Fachkräftesicherung für die Zukunft. Damit ist die Berufschule vor Ort ein Standortvorteil und wichtiger Bestandteil einer aktiver Wirtschaftsförderung.

Kooperieren statt zu konkurrieren

Damit das auch in Zukunft so bleibt, müssen heute die Voraussetzungen geschaffen werden. "Will man die wohnortnahe Berufsschule und damit die Wirtschaftskraft im Norden des Oberbergischen und in Wermelskirchen langfristig sichern, geht das zukünftig nur noch gemeinsam. Ziel muss es sein, beide Standorte zu erhalten. Wir dürfen uns keine Konkurrenz machen, denn dann kann kein Standort die erforderlichen Schülerzahlen sicherstellen", sagt Landrat Hagen Jobi. Bürgermeister Eric Weik, Vorsteher des Zweckverbandes des BerufskollegsBergisch Land, ergänzt: "Wir benötigen interkommunale Zusammenarbeit, um der Demografie zu begegnen."
 
Hierüber besteht auch Einvernehmen mit der Bezirksregierung in Köln und der dortigen Schulaufsicht. Sie unterstützt die Überlegungen einer Kooperation der Berufskollegs Wermelskirchen und Wipperfürth.
 
Zu den Entwicklungen der Schülerzahlen an den Berufskollegs und den damit verbundenen Handlungserfordernissen haben Landrat Hagen Jobi und Bürgermeister Eric Weik im Schulausschuss die politischen Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit informiert. Als äußeres Zeichen der von den Verwaltungen favorisierten zukünftigen Kooperation der beiden Schulträger hat die Zweckverbandsversammlung am gleichen Tag in Wermelskirchen getagt, zeitgleich mit dem Kreisschulausschuss in Wipperfürth.
 
In Wipperfürth hat Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe biregio dem Schulausschuss des Kreises seine gutachterlichen Ergebnisse für alle Berufskollegs in Oberberg vorgestellt. In Wermelskirchen informierte Andreas Blank, Leitender Regierungsschuldirektor der Bezirksregierung in Köln, über die Überlegungen zu einer Schulentwicklungsplanung in der Region.