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Gesucht: Gastfamilien, Vormünder, Übersetzer für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Informationsabend am 19.11.2015, 18:00 Uhr, Bürgerzentrum

Derzeit kommen viele Flüchtlinge nach Deutschland. Darunter sind zahlreiche Kinder und Jugendliche, die sich alleine, ohne ihre Eltern auf den Weg gemacht haben oder von denen sie unterwegs getrennt worden sind.
Diese Kindern und Jugendlichen benötigen unseren Schutz, unsere Unterstützung und Ruhe, um hier ankommen zu können. Oftmals haben sie traumatische Erfahrungen auf der Flucht oder in der Heimat gemacht, welche sie mit in ihrem "Gepäck" haben.
Die Jugendlichen sind zu 90 Prozent männlich und zwischen 14 und 17 Jahren alt. Sie sind sehr motiviert, wollen hier leben, zur Schule gehen und lernen.
Die Jugendämter haben den gesetzlichen Auftrag diese jungen Menschen zu schützen und sie in geeigneten Einrichtungen oder Gastfamilien unterzubringen oder falls notwendig und sinnvoll, sie in dem Prozess der Verselbständigung zu unterstützen. Da Kinder und Jugendliche im familiären Kontext schneller Anschluss an das Leben in ihrer neuen Heimat finden, individuellen Schutz und Geborgenheit erfahren, werden Pflege-/Gastfamilien gesucht, die bereit sind einem minderjährigen Flüchtling eine Perspektive zu geben. Dies ist eine große Herausforderung, da natürlich vor allem kulturelle und sprachliche Barrieren bestehen.
Unterstützung wird potenziellen Pflege-/Gasteltern durch das Amt für Jugend, Bildung und Soziales angeboten. Neben einer Schulung als Vorbereitung auf die neue Aufgabe, werden die Pflege-/Gasteltern und das Kind/der Jugendliche durch einen ambulanten Träger der Jugendhilfe engmaschig betreut und unterstützt. Ebenfalls ist eine finanzielle Unterstützung für den Unterhalt (Nahrung, Kleidung), einmalige Beihilfen sowie ein Erziehungsbetrag sichergestellt, wodurch die Aufnahme eines minderjährigen Flüchtlings nicht zu einer finanziellen Belastung der Pflege-/Gastfamilien wird. Ein Pflegeverhältnis dauert in der Regel ein bis drei Jahre bzw. bis zur Volljährigkeit. Aber natürlich kann die Unterstützung auch nach Volljährigkeit individuell fortgeführt werden.
Neben der Begleitung durch die Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes, des Pflegekinderdienstes und des ambulanten Trägers steht darüber hinaus die Erziehungsberatungsstelle des Jugendamtes auf der Jahnstrasse als Ansprechpartner zur Verfügung.

Weiterhin werden ehrenamtliche Vormünder gesucht, welche die Anforderungen der Eltern (z.B. Schulanmeldung, Vertragsabschluss, Gesundheitssorge etc.) als rechtliche Vertretung des Minderjährigen übernehmen. Hierdurch ist es den Vormündern möglich, eine persönliche Beziehung zu dem Kind/Jugendlichen aufzubauen, ihn bei der Integration in unsere Gesellschaft zu unterstützen und wiederum einen Einblick in den Kulturkreis des Flüchtlings zu erfahren. Ehrenamtliche Vormünder werden ebenfalls auf ihre Aufgabe vorbereitet und vom Amtsvormund unterstützt.

Darüber hinaus benötigen wir für den Kontakt und Umgang mit den jungen Menschen Übersetzern/Sprachmittlern, welche vielfältige Aufgaben übernehmen können. Sie können zum Beispiel Beratungsgespräche im sozialen Bereich und im Gesundheitswesen begleiten, helfen bei Behördengängen sprachliche und kulturelle Hürden zu überbrücken.

Die Stadt Wermelskirchen ist somit dringend auf Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt angewiesen.

Für alle Interessierten findet

am Donnerstag, den 19.11.2015 um 18:00 Uhr im Bürgerzentrum eine Informationsveranstaltung

zu diesem Themenkreis statt. Hierbei informieren alle Fachstellen (Allgemeiner Sozialer Dienst, Pflegekinderdienst, Vormund, freier Träger) über die Möglichkeiten sich für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einzusetzen und stehen für Fragen zur Verfügung.

Kontakt: jugendamt@wermelskirchen.de