Einstellungen
 

Fahrt nach Forst 2007

Zur Ausbildung nach Forst

Bürgermeister Eric Weik und sein neuer Forster Kollege Jürgen Goldschmidt legten neue Ziele zur Wiederbelebung der Städtepartnerschaft fest. Forst hat Wermelskirchen überholt, kann jetzt umgekehrt „Entwicklungshilfe“ leisten.

Jedes Jahr bleiben Ausbildungssuchende auf der Strecke, „parken“ bestenfalls noch in Schulen oder stehen auf der Straße. Ganz anders sieht’s in der Partnerstadt Forst/Lausitz aus. Dort gibt’s mittlerweile viel mehr Ausbildungsplätze als junge Leute. Denn die wandern aus der Region ab. „Weshalb schicken wir nicht unsere jungen Leute zur Ausbildung nach Forst?!“, hatte Bürgermeister Eric Weik jetzt die rettende Idee bei seinem Besuch in der Lausitz. Dort lernte er den neuen Bürgermeister Jürgen Goldschmidt, ebenfalls einen FDP-Mann, kennen und entwickelte mit dem Forster Kollegen einen konzertierten Plan zur Wiederbelebung der nur noch vor sich hindümpelnden Städtepartnerschaft.

Ziele um 180 Grad drehen

Denn die Partnerschaft mit Forst war nach der Wende, so wie viele andere Partnerschaften mit Städten in den neuen Bundesländern, aus einer Art von Entwicklungshilfe-Motivation heraus entstanden. Damals hatte Wermelskirchen Forst Aufbauhilfe geleistet, indem es junge Menschen ins Bergische zur Ausbildung holte. Auch hatten Mitarbeiter der Wermelskirchener Stadtverwaltung in Forst die Neustrukturierung der Ämter begleitet. Berufspraktikanten aus Forst waren im Wermelskirchener Rathaus ausgebildet worden. Aber alles dies ist längst nicht mehr nötig – im Gegenteil! – somit war der Partnerschaft der ursprüngliche Sinn entzogen. Doch ans Aufgeben denken Weik und Goldschmidt nicht, im Gegenteil: Sie wollen jetzt die Partnerschaftsziele neu formulieren und teilweise schlichtweg um 180 Grad drehen. Die Wermelskirchener Ausbildungsplatzsuchenenden sollen motiviert werden, nach Forst zu gehen: „Dort wird der Tourismus gerade entwickelt. Es gibt jede Menge freie Lehrstellen, aber auch in allen anderen Bereichen, weiß Weik.

Auch denke er daran, „seine“ Auszubildenden aus der Stadtverwaltung künftig für längere Hospitationen ins Forster Rathaus zu schicken: „Ich werde sogar selbst bei meinem Kollegen in Forst hospitieren. Die haben dort enorm aufgeholt und sind in der Verwaltungsorganisation in manchen Bereichen weiter als wir“, hat Weik festgestellt.

Weik und Goldschmidt wollen auch eine gemeinsame Teilnahme der Wermelskirchener und Forster Schulen am Wettbewerb der „Stiftung Aufarbeitung“ animieren, die zum 20. Jahrestag des Mauerfalls von jungen Leuten wissen will, was sie heutzutage mit der Wiedervereinigung noch verbinden. Online sollen die Schulen dazu miteinander in Kontakt treten.

Von der Lausitz könne Wermelskirchen auch viel bei der Entwicklung des Tourismus lernen, hat Weik festgestellt. Denn dort liefen schon „spannende“ Projekte wie die „Snow Tropolis“-Skihalle, die „Tropical Island Ressort“-Badelandschaft und Europas größte Inliner-Rennstrecke.

(Quelle: Rheinische Post Online vom 26.06.2007)