Umgebungslärmrichtlinie

 

Lärm ist ein zunehmendes Umweltproblem. Beim Lärm handelt es sich um unerwünschten Schall, der als störend oder belästigend empfunden wird.
 
Wachsende Mobilität und verändertes Freizeitverhalten haben dazu geführt, dass für viele Bürgerinnen und Bürger die Lärmbelastung heute deutlich höher liegt als noch vor 15 oder 20 Jahren. In Deutschland fühlen sich mehr als 60 Prozent der Bevölkerung durch Straßenverkehrslärm belästigt.
 
Lärm ist aber nicht nur belästigend, sondern kann zu gesundheitlichen Schäden führen. Lärmschutz ist daher auch notwendiger Gesundheitsschutz. Das europäische Parlament hat 2002 eine Richtlinie zur "Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm" beschlossen, die Umgebungslärmrichtlinie. Danach sind Städte und Gemeinden verpflichtet, alle 5 Jahre die Lärmbelastung zu ermitteln und Lärmaktionspläne mit Maßnahmen zur Lärmminderung in betroffenen Bereichen aufzustellen. Dabei hat die Öffentlichkeit die Möglichkeit, sich zu informieren und an der Erstellung mitzuwirken.

Um welche Lärmquellen geht es?

Unter Umgebungslärm werden unerwünschte oder gesundheitsschädliche Geräusche im Freien verstanden, die durch Aktivitäten von Menschen verursacht werden, einschließlich des Lärms, der von Verkehrsmitteln, Straßenverkehr, Eisenbahnverkehr, Flugverkehr sowie Geländen für industrielle Tätigkeiten ausgeht. Nicht zum Umgebungslärm zählen der so genannte Nachbarschaftslärm (private Feste, Musik, Singen etc.), der Lärm am Arbeitsplatz, in Verkehrsmitteln auf Militärgeländen.

Wie wird der Lärm ermittelt?

Die Höhe der Lärmbelastung wird in Dezibel (dB(A)) ermittelt. Die Berechnungen folgen einer logarithmischen Funktion. Das heißt, empfinden wir etwas als doppelt so laut, entspricht dies einer Zunahme um 10 dB(A). Und doppelt so viel Verkehr heißt nicht doppelt so viel Lärm. Die Zunahme beträgt hier lediglich 3 dB(A).

Lärmkartierung in Wermelskirchen

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in NRW (LANUV) hat 2011/2012 für die Stadt Wermelskirchen die Lärmbelastungen durch den Straßenverkehr mit Hilfe eines Berechnungsverfahrens ermittelt (Lärmkartierung). Dabei wurden ausschließlich Hauptverkehrsstraßen betrachtet, auf denen mindestens 8.200 Kfz/24 h unterwegs sind. Dies entspricht den Kartierungsvorschriften der Umgebungslärmrichtlinie.
In Wermelskirchen wurden die Autobahn A1, die Bundesstraße B 51 und Teile der Landstraßen L 101 und L 157 kartiert.
 
Die Ergebniskarten für die Stadt Wermelskirchen sind auf der Website des LANUV unter www.umgebungslaerm.nrw.de einsehbar.
 
Die Lärmkarten zeigen die Lage der untersuchten Straßen sowie das Maß der Lärmbelastung. Ermittelt wird die Lärmbelastung für einen Zeitraum von 24 Stunden (LDEN) und gesondert für den Nachtzeitraum (LNight). Die farblichen Abstufungen stellen unterschiedlich belastete Bereiche dar.
 
Auf der Grundlage der Lärmkartierung wurde ebenfalls ermittelt, wie viele Einwohnerinnen und Einwohner von welchen Lärmbelastungen betroffen sind.

 
 
Geschätzte Gesamtzahl der Menschen, die in Gebäuden wohnen mit Schallpegeln an der Fassade von
 
in 24h (LDEN)
 
> 55- 60 dB(A)
 
> 60- 65 dB(A)
 
> 65- 70 dB(A)
 
> 70- 75 dB(A)
 
1.400
 
800
 
470
 
90
 
         
nachts (LNight)
 
> 50- 55 dB(A)
 
> 55- 60 dB(A)
 
> 60- 65 dB(A)
 
> 65- 70 dB(A)
 
1.080
 
610
 
140
 
0
 


Tabelle: Geschätzte Gesamtzahl lärmbelasteter Menschen in Wermelskirchen, ganztags und nachts auf 10er-Stellen gerundet(der Betroffenenstatistik der Lärmkartierung Wermelskirchen, Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz, 2012).
 
Auf Basis dieser Ergebnisse hat die Stadt Wermelskirchen einen Lärmaktionsplan aufzustellen.