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Demografischer Wandel in Wermelskirchen

Fragen und Antworten zum DEMOGRAFISCHEN WANDEL in Wermelskirchen

Bevölkerungsentwicklung bis 2021
Was sind unsere zukünftigen Probleme in Wermelskirchen? Wie arbeiten wir an den Antworten auf die drastischen Veränderungen in den Bevölkerungsstrukturen? Wie bleiben wir in der WEZUK politisch neutral und kooperativ und engagieren uns in der Sache für die Zukunft von Wermelskirchen? Warum brauchen wir mehr in der Sache engagierte Bürgerinnen und Bürger ? Warum machen wir einen Unterschied zwischen  „den Politikern“ und politisch engagierten Bürgern?

Der demografische Wandel = Planungsneuland für alle Kommunen

Die demografische Planung ist eine weitreichende strategische Planung. Sie spricht fast alle Bereiche des kommunalen Haushalts an. Die zukünftigen Veränderungen in den Bevölkerungsstrukturen wirken sich auf alle Haushaltsbereiche aus. Der starke Wandel in den Bevölkerungsstrukturen und die damit anstehende Planung ist Neuland für alle Kommunen. Es gibt keine Patentlösungen! Die Ausgangssituationen in den Kommunen sind unterschiedlich.
 
Der Schuldenautomatismus in den vergangenen Jahren prägte wesentlich das Denken und den Umgang mit den jetzt weiter steigenden Finanzproblemen. Fast jede zweite Kommune in NRW hat einen Nothaushalt. Wermelskirchen noch nicht. Allerdings sind auch hier die Schulden in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Allgemein bemerkt: Wenn hier z.B. viele Städte von einem „ausgeglichenen Haushalt“ reden, dann verschweigen sie den in den vergangenen Jahren aufgelaufenen Schuldenstand und die Verpflichtung zur Tilgung der Schulden.
 
Auch vor diesem instabilen Hintergrund sind die demografischen Veränderungen zu bewerten. Das betrifft auch die Ansprüche der Bürger an die Kommune.  Schließlich ist die Kommune gesetzlich berufen, die soziale Daseinsvorsorge und Daseinsfürsorge nach Maßgaben der entstehenden Bedürfnisse zu gestalten. Und gerade hier sind die Kosten in vielen Kommunen stark angestiegen; aus vielerlei Ursachen. Das trifft auch für Wermelskirchen zu.
 
Dagegen stehen immer mehr vorgegebene und oftmals unverständliche Staats-, Länder- oder EU-Verordnungen, finanziert über anwachsende Steueranteile. Der Bund hat sich bei den Sozialkosten über den Kreis sogar entlastet. Mit der Folge, dass bei den Kommunen höhere Kosten anfallen werden. Darüber müssen wir reden und die langfristigen Auswirkungen, bedingt durch den demografischen Wandel „zuerst verstehen, dann planen“. Die Frage ist: „Was kommt auf die  Kommune Wermelskirchen zu?
 
Die Bevölkerungsstruktur verändert sich
Das demografische Problem in Wermelskirchen liegt viel mehr in der Verschiebung der Altersklassenanteile JUGEND  / MITTLERE / ÄLTERE und nicht in der Anzahl einer schrumpfenden Gesamtbevölkerung. Hierauf könnten wir durch politische Gestaltung positiven Einfluss ausüben. Etwa durch die Verbesserung der Attraktivität der Familien. Hiermit wurde bereits begonnen.
 
Erkenntnisse aus den Veränderungen
In detailierten Jahressprüngen wurden die Altersklassen-Entwicklungen verglichen. Details finden Sie im Demografie-Planungshandbuch (ARCHIV). Wir haben einen starken Rückgang der schulpflichtigen Jugendlichen im Alter von 6 bis 15 Jahren von – 33,6 % oder - 1.255 Schülern. Hier stehen Konsequenzen an, wie zum Beispiel in der Schulentwicklungsplanung. Auch hier wurden erste Maßnahmen schon umgesetzt. Ergebnis: Die Bildungsqualität wird verbessert werden. Auch für die Kindergärten müssen neue Wege gefunden werden.
 
Die Herausforderung an die Gesellschaft - mehr Ältere und weniger Jüngere. Der Anteil der älteren Bevölkerungsgruppe über 60 Jahre wird sich von heute 25,7 % Anteil (9.753) auf 30,8% Anteil (11.795) um 2.054 vergrößern. Hierbei wächst der Anteil der über 80-jährigen von 1.757 bis zum Jahr 2021 kontinuierlich um 912 insgesamt auf 2.669 (+ 51,9%).  Diese starke Zunahme bedeutet: Jeder 3. Einwohner ist über 60 Jahre alt. Jeder 11. Einwohner ist über 70 Jahre alt. Jeder 14. Einwohner ist „Hochbetagt“, denn er ist über 80 Jahre alt.
 
In dieser Annahme liegt sozialer Zündstoff, wie z.B. für die Kostenberechnung der Pflegeplätze in Wermelskirchen; falls die Pflegekosten nicht vom Heimbewohnern getragen werden können. Zum Vergleich – der Anteil der unter 21-jährigen geht von 8.278 um – 1.976 (-23,9%) auf 6.302 zurück.
 
Denkfalle oder eine unseriöse Behauptung
Es ist schlichtweg unseriös, wenn wieder und wieder allgemein behauptet wird, dass immer mehr Ältere von immer weniger Jüngeren ernährt werden müssen. In der Realität kümmern sich die meisten Älteren um die Jüngeren. Und zwar auch dann noch, wenn sie es nicht mehr müssten.
 
Wenn es um die Rente geht, dann ist die Zahl der Erwerbstätigen ausschlaggebend. Das ist die Altersgruppe zwischen 20<60 Jahren, die aus der mittleren Gruppe der „Erwerbsfähigen“ resultieren. Doch Vorsicht! Ausschlaggeben ist, ob „Erwerb“ stattfindet und hieraus Einzahlungen in die Sozialkassen erfolgen. Erst dann kann man von „Erwerbstätigen“ reden. Das Rentenproblem begründet sich  zunehmend auf der lang anhaltenden Arbeitslosigkeit mit den fehlenden Einzahlungen in die Sozialkassen. Die momentan wachsende Wirtschaftskrise wird eher zu einer Verschlechterung als zu einer Verbesserung beitragen. Doch positiv zeigen die Zahlen: Die Gruppe der Erwerbsfähigen wird in den kommenden 10 Jahren in Wermelskirchen sogar leicht wachsen und erst dann zurückgehen. Ob das so bleiben wird, wenn die Wirtschaftskrise sich ausweitet, kann keiner seriös bewerten.
 
Die Zukunftswerkstatt 2021
Bürgermeister Eric Weik hat das Ziel gesteckt, alle Parteien und viele motivierte Bürger für die Zukunftswerkstatt zu gewinnen. Das Wermelskirchener  Modell der Demografieplanung  ist transparent und spricht alle Bürger an. Hierbei unterstützen den Bürgermeister die ehrenamtlich tätigen Moderatoren sowie demnächst eine zwölfköpfige Lenkungsgruppe, aus Bürgerinnen und Bürgern der Stadt; ob Junge und Alte, Parteien, Vereine oder Kirchen, Institutionen oder Unternehmen. In der Zusammenarbeit über die Zukunftswerkstatt bietet die Demografieplanung eine Chance für mehr Demokratie durch Bürgerbeteiligung in zukunftsweisenden Veränderungs- und Entscheidungsprozessen. 
 
Die Zukunftswerkstatt kooperiert mit den politisch und ehrenamtlich tätigen Bürgern in Wermelskirchen. Damit sind auch die Mitglieder der Parteien bzw. der Fraktionen gemeint. Die Zukunftswerkstatt ist kein "Gegenspieler der Politik". Sie erstrebt einen aktiven Demokratie-Zeitgeist. Sie will weg von dem allgemein wachsenden Negativbild „der Politiker“. Gemeint sind hier die „zeitbefristeten Parteipolitiker und Parteifunktionäre auf Bundesebene; jene „ungewählten Volksvertreter“, die die Nähe zu den Bürgern verloren haben, bis hin "nach Brüssel". Der viel zu hohe Anteil dieser Volksvertreter wird geprägt durch Fremdbestimmung und Selbstbeauftragung. Ihre geistige Grundhaltung führt zu einem schwindenen Demokratiebewußtsein und einem anwachsenden Demokratieverdruss, bedingt durch "kommissarische Verwaltung". Demokratie funktioniert anders!
 
Die Zukunftswerkstatt in Wermelskirchen konzentriert sich auf die Zukunft von Wermelskirchen. Hierbei muß sie auch über den Tellerrand hinaussehen. Eines ist klar: die engagierter Bürgerinnen und Bürger denken über Menschen, Sachen und Inhalte nach. Nicht über politische Positionen! Sie fördert bessere Konzepte und mehr Alternativen, auf dem Weg in die Zukunft.  Sie bleiben parteipolitisch neutral und dienen dem jeweils amtierenden Bürgermeister „für die Interessen von Wermelskirchen“ und der Förderung einer politischen Entscheidungskultur. Was hierbei zählt, das sind ziel- und zukunftsorientierte Argumente und deren Plausibilität für eine erfolgreiche Umsetzung. Die Bewertungen von "rechts- bis linksradikal" sind viel zu flach und demokratisch unbrauchbar. Denn sie helfen nur denen, die verhindern wollen, daß andere oder bürgernahe Konzepte erstellt werden. Und Konzepte sind meistens mehr als Ideen!
 
Bisher wurden in der Zukunftswerkstatt verschiedene Ideen und Konzepte auf den Weg gebracht, die dann in Kooperation mit der Verwaltung und den entscheidenden Gremien / Ausschüssen beraten oder beschlossen wurden oder noch auf dem Weg sind.  Wir berichten separat hierüber (z.B. Familienförderung).
 
Die drei Moderatoren freuen sich, wenn Sie Kontakt mit der Zukunftswerkstatt aufnehmen. Unser Motto: „Miteinander die Zukunft gestalten“ darf keine Worthülse werden. Wir freuen uns auf Ihren Kontakt oder eine Rückfrage hier über eine Email.
 
Die drei Moderatoren der Zukunftswerkstatt
Hans-Erwin Hermann   Gerd Steinmetzer  Uwe Wingart