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Begrüßung und Vorwort des Bürgermeisters Eric Weik

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger in Wermelskirchen,

 
wem gehört eigentlich Wermelskirchen? Wermelskirchen gehört den Bürgerinnen und Bürgern und den Unternehmen, Kirchen und Organisationen! Wermelskirchen gehört nicht der Stadtverwaltung und nicht den politischen Parteien.

Die weltweite Wirtschaftskrise mit ihren wachsenden Auswirkungen und die seit Jahren bekannten Probleme des demografischen Wandels machen uns jetzt bewusst, dass wir alle mehr oder weniger  existenzielle Interessen haben. Und es ist legitim seine Interessen zu vertreten. Die Frage ist nur:  „Wie gehen wir mit den vielschichtigen Interessen um, wenn es um die Gestaltung der Zukunft von Wermelskirchen geht?“ Hierzu gehört auch die Daseinsfürsorge der Kommune für ihre Bürger.

Nun werden viele sagen, dass das doch letztendlich Sache der Politiker ist und der Stadtverwaltung. Hier möchte ich einen feinen Unterschied darstellen. Denn gemeint sind unter „Politiker“ die meist ehrenamtlich politisch tätigen Bürger. Sie engagieren sich im Rahmen „gebündelter“ Interessen und Ziele für eine bessere Gegenwart und Zukunft – in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung.
 
Es hat gute Gründe, wenn sich in vielen Kommunen Bürgerinitiativen gebildet haben, die sich mit den Problemlösungen des demografischen Wandels befassen. Unabhängig von den politisch gewählten „Bürgervertretern“ tragen immer mehr Bürger dazu bei, sich unmittelbar demokratisch in die kreative und kritische Vorbereitung von Entscheidungsprozessen einzubringen. Nicht als Konkurrent der Politik sondern als „demokratischer Katalysator“.
 
Hierbei geht es auch um basisdemokratische Fragen und bürgernahe und verständliche Antworten. Es ist zu wenig, immer lauter über die Prinzipien der gerechten Verteilung zu urteilen. Das betrifft insbesondere den demografischen Wandel und die damit verbundenen Generationenprobleme.
Hand aufs Herz! Im Verhältnis zu den meisten anderen Kommunen in Deutschland, geht es uns hier in Wermelskirchen gut. Woher kommt das? Die Antwort finden wir z.B. in den Tugenden, Werten und in dem Leistungswillen der vorausgegangenen Generationen. Der Unternehmer-Pioniergeist und die Kreativität in Wermelskirchen waren stets herausragend. Auch die Sparsamkeit zählte zu den Tugenden. Hieraus wuchs in Wermelskirchen eine starke Identität, ein Wir-Gefühl. Und der Mut, neue Wege zu gehen, hatte starken Einfluss auf die gute wirtschaftliche Lage, im Vergleich zu unseren Nachbarstädten.
 
Deshalb nochmals die Frage: „Wie engagieren wir uns in Wermelskirchen für die Gestaltung der  Zukunft und für die Verpflichtungen gegenüber zukünftigen Generationen?“ 
Ein kurzer Rückblick:  vor 4 Jahren starten 18 politisch tätige Bürger mit mir den ersten Workshop für die Gründung einer bürgeroffenen ZUKUNFTSWERKSTATT. Ein halbes Jahr später war das erste Demografie-Handbuch fertig. Wermelskirchen war Vorreiter im Rheinisch-Bergischen-Kreis.
Bis zu einhundert Mitbürgerinnen und Mitbürger wollten mitmachen oder reinschnuppern in den Arbeitsgruppen. Das Interesse in den Arbeitsgruppen ging zurück. Dafür wuchsen basisdemokratische Fragen. Weil es keine Regeln und Ordnungsstrukturen in der ZUKUNFTSWERKSTATT gab, wurde viel Zeit auf die Selbstfindung verwandt. Wie etwa die Fragen: „Wer sind wir? Was ist unsere Mission?“
 
Die Selbstfindungsphase ist vorüber. Die Zukunftswerkstatt hat Ordnungsstrukturen entwickelt, wie eine zu konstituierende LENKUNGSGRUPPE und einen zu erstellenden MASTERPLAN. So werden die Handlungsfelder und die Meilensteine in der Zusammenarbeit zwischen ZUKUNFTSWERKSTATT, Verwaltung und Stadtrat „an einem roten Faden“ zielorientiert bearbeitet.
 
Als Bürgermeister werde ich das demokratische Bürgerengagement in der Zukunftswerkstatt „für Wermelskirchen“ weiterhin fördern. Es liegt bei Ihnen, ob und wie Sie sich in die Gestaltung der Zukunft von Wermelskirchen einbringen. Bitte, bedenken Sie hierbei ein Lebensprinzip: „Fische fangen kommt vor Fische verteilen und Fische essen.“  Gemeinsam haben wir große Chancen, wenn wir mehr kooperieren und für Transparenz in politischen Konzepten sorgen.
 
Ich freue mich, wenn Sie sich für „Ihr Wermelskirchen“ engagieren und in der ZUKUNFTSWERKSTATT  mitarbeiten. Bitte, nehmen Sie hierzu Kontakt mit den Moderatoren auf. Ich halte mich an Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
 
Mit besten Grüßen aus dem freundlichen Rathaus
 
gez. Eric Weik
-  Bürgermeister   -