Unterstützung der Pflegekasse für pflegende Angehörige

Pflegende Angehörige  können zu ihrer Entlassung auf zahlreiche gesetzlich geregelte Ansprüche zurückgreifen:

  • Pflegeunterstützungsgeld: Wenn nahe Angehörige akkut pflegebedürftig werden, besteht für zehn Tage ein Anspruch für das ausgefallene Gehalt. Während der Eindämmung der Corona-Pandemie bis zum Jahresende 20 Tage
  • Familienpflegezeit: Beschäftigte können bis zu sechs Monate ganz oder teilweise aus dem Beruf aussteigen, um pflegebedürftige nahe Angehörige zu pflegen
  • Zinsloses Darlehen: Der Anspruch besteht für Angehörige während der Pflege- und Familienpflegezeit. Das Darlehen soll einen Teil der Gehaltseinbußen ausgleichen
  • Verhinderungspflege: Der Angehörige kann sich bei der häuslichen Pflege vertreten lassen, etwa für einen Arztbesuch oder für eine Freizeitbeschäftigung. Dafür steht jährlich ein Budget von 1.612 Euro zur Verfügung
  • Kurzzeitpflege: Bei Krankheit des pflegenden Angehörigen oder während seines Urlaubs, kann der Pflegedürftige in einer statiönären Pflegeeinrichtung versorgt werden
  • Entlastungsbetrag: 125 Euro pro Monat können für zusätzliche Hilfen erstattet werden
  • Kostenfreie Schulungen, um den Pflegealltag leichter zu bewältigen
  • Kuranspruch, um die Gesundheit und Pflegefähigkeit zu erhalten
  • Beiträge zur Sozialversicherung: Renten-, Unfall-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung

Die Pflegeberatung des Rheinisch-Bergischen Kreises berät zu Leistungen der Pflegekasse.

Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege

Die städtische Fachstelle "Älter werden" berät zur Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Pflege. 

Unterstützung und Entlastung

Um Krisensituationen zu überstehen oder um Überforderungen zu vermeiden stehen zahlreiche Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige zur Verfügung:

  • Der Austausch in einer Pflegeselbsthilfegruppe kann hilfreich sein. In Wermelskirchen trifft sich der "Gesprächskreis Pflegender Angehörige" regelmäßig im Haus der Begegnung. Ansprechperson: Katharina Sachser, Telefon: 02196/8 96 68

  • Telefonseelsorge
  • Das Krisentelefon und die psychologische Online-Beratung der Stiftung ZQP richtet sich an pflegende Angehörige, um Gewalt in der Pflege wegen Überforderung vorzubeugen. https://www.pflegen-und-leben.de/start.html
  • „Entlastung für die Seele“ Der BAGSO-Ratgeber für pflegende Angehörige beschreibt typische Herausforderungen, die sich aus dem Pflegealltag ergeben können, und zeigt Wege auf, wie ein gesunder Umgang mit den eigenen Kräften gelingen kann. Er ermutigt dazu, rechtzeitig Entlastung und Hilfen von außen in Anspruch zu nehmen und gibt eine Übersicht über konkrete Unterstützungsangebote. Die Publikation wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Psychotherapeuten-Vereinigung erstellt und im Rahmen der Neuauflage vollständig überarbeitet.
  • Pausentaste Ein Online-Angebot speziell für junge pflegende Angehörige. Wer anderen hilft, braucht manchmal selbst Hilfe. Ein Angebot für Kinder und Jugendliche, die sich um ihre Familien kümmern.
  • Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf erfordert viel Energie. Dann ist es gut, wenn die Pflegepersonen von vielen Menschen dabei unterstützt werden. Mit einer sogenannten „Familien- und Helfer*innenkonferenz“ kann ein gut funktionierendes Unterstützungsnetzwerk aufgebaut werden. Die Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz erklären in einem Infoblatt was eine Familien- und Helfer*innenkonferenz ist und geben Tipps für die Umsetzung.
  • Kuren und Reha-Maßnahmen für pflegende Angehörige: Stationäre Kuren und Rehabilitations-Maßnahmen können pflegende Angehörige entlasten und Krankheit vorbeugen bzw. bei bestehenden Krankheiten für Linderung sorgen. Es besteht die Möglichkeit sowohl allein als auch gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person in eine Vorsorge- oder Reha-Klinik zu fahren. Bei der Suche nach einer solchen Einrichtung hilft die Kurberatungsstelle, Telefon: 05251/ 20 92 30 

Pflegewegweiser NRW

Der Pflegewegweiser NRW informieren Pflegebedürftige und pflegende Angehörige auf einem Online-Portal rund um das Thema Pflege und lotsen Ratsuchende über ihre Hotline in die passenden Beratungs- und Hilfsangebote. Der Pflegewegweiser ist ein Projekt der Verbraucherzentrale NRW e.V. und wird finanziert durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Pflege sowie die Pflegekassen des Landes NRW.

Mit einem monatlichen Newsletter (Anmeldung erforderlich) wird über praxisrelevante Fragen der allgemeinen Pflege-Themen, über Online-Seminare für Ratsuchende und Multiplikatoren sowie interessante Veranstaltungen informiert.

 

Information vom Regionalbüro Alter, Pflege und Demenz

An dieser Stelle werden aktuelle Information des Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz veröffentlicht:

Unterstützung im Pflegealltag: Kurse für Pflegende Angehörige