Azubis der Stadt auf den Spuren der Lokalgeschichte

Erstellt von Stephan Singer |

Ausbildung mal anders: Mit Stadtführer und Lokalhistoriker Armin Himmelrath waren Auszubildende der Stadtverwaltung in der Innenstadt unterwegs. Dort tauchten sie an verschiedenen Stationen in die Geschichte Wermelskirchens ein. Besonders im Fokus: die Zeit des Zweiten Weltkriegs sowie die Jahre davor und danach. Schließlich ist Armin Himmelrath unter anderem Kenner der in Wermelskirchen verlegten „Stolpersteine“ und der Schicksale, an die sie erinnern. So war eine Station der „Stolperstein“ für Dr. Kurth Wohl an der Eich.

Eigens für die Azubis der Stadtverwaltung hatte Armin Himmelrath seine Stadtführung zugeschnitten, um während der eineinhalb Stunden immer wieder ein Schlaglicht auf die Geschichte der Wermelskirchener Verwaltung zu werfen: So spazierte die Gruppe an die Standorte ehemaliger Rathäuser. Bis 1937 befand sind eines am Naturweihnachtsbaum, wo sich heute die Carl-Leverkus- und Obere Remscheider Straße treffen. Von dort zog die Verwaltung in die Telegrafenstraße in die Hausnummer 16-20, wo es später schnell zu eng wurde und diverse Nebenstellen in der Innenstadt hinzukamen. 1983 erfolgte die Einweihung des Bürgerzentrums, wo sich bis heute auch das Rathaus befindet.

An den jeweiligen Stationen, zu denen auch das „Film-Eck“-Kino oder das Pfarrzentrum St. Michael zählten, präsentierte Armin Himmelrath historische Fotos, die einen Vergleich von einst und heute ermöglichten.

Sogar eine Premiere hatte Armin Himmelrath für die Azubis der Stadt parat: Erstmals zeigte er bei einer seiner Führungen Lebensmittelkarten, die in der Zeit des Zweiten Weltkriegs in Wermelskirchen für den „Einkauf“ ausgegeben wurden. Diese original erhaltenen Karten hat Armin Himmelrath von Thomas Gratza bekommen, der für seine Sammlung historischer Feuerwehr-Uniformen und -Utensilien bekannt ist.

Wie klein die Stadt einst war, erfuhren die Azubis bei der Führung auch. Damals noch ohne die Stadtteile Dabringhausen und Dhünn zählte Wermelskirchen in der Zeit des Zweiten Weltkriegs rund 16.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

„Das war ein spannender und beeindruckender Rundgang“, waren sich die Azubis einig, die im Anschluss in geselliger Runde zusammensaßen. Denn: Auch die Gemeinschaft und der Zusammenhalt werden während der Ausbildung bei der Stadt großgeschrieben, damit sich die Azubis aus den verschiedenen Abteilungen im Rathaus, in Kitas, bei der Feuerwehr oder dem Betriebshof untereinander besser kennenlernen.

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Azubi-Gruppe an der St. Michael-Kirche
Eine sympathische, gut gelaunte und interessierte Azubi-Gruppe war unterwegs – hier an der Katholischen Kirche St. Michael. Fotos: Stadt Wermelskirchen / Stephan Singer
Die Führung startete an der Eich
Auf „Ladenhof“ an der Eich am „Stolperstein“ von Dr. Kurt Wohl war die erste Station der Tour.
Halt der Gruppe an den Bürgerhäusern
Auch an der Station neben den Bürgerhäusern zeigte Armin Himmelrath historische Fotos, die er abgestimmt auf die Stationen seiner Führung vorbereitet hatte.