Fast zwei Millionen Menschen leben in Deutschland mit einer Demenz. Und mit jeder betroffenen Person wächst auch die Zahl der Familien, Freundinnen und Freunde, Nachbarinnen und Nachbarn, die mit der Erkrankung umgehen lernen müssen. Demenz ist deshalb längst kein Randthema mehr. Sie geht uns alle an.
Rund um den Welt-Alzheimertag am 21. September möchten die Fachstelle „Älter werden“ der Stadt Wermelskirchen und das Haus der Begegnung in Wermelskirchen informieren, zum Nachdenken anregen, miteinander ins Gespräch kommen und vor allem zeigen, dass Demenz auch mitten im Leben stattfindet. Und zwar mit Begegnungen, Musik, Bewegung und ganz viel Lebensfreude. Deshalb finden in Wermelskirchen im September drei besondere Veranstaltungen statt. Sie zeigen, wie Unterstützung möglich ist und dass dabei auch die Freude nicht zu kurz kommen muss.
Tour Demenz macht Station am Haus der Begegnung
Als erstes macht die „Tour Demenz“ des Regionalbüros Alter, Pflege und Demenz Bergisches Land auf einer 190 Kilometer langen Radtour am Donnerstag, 17. September, am Haus der Begegnung Station. Gegen 15.30 Uhr wird das sportliche Team in der Schillerstraße 6 eintreffen. Bereits ab 14 Uhr erwartet Besucherinnen und Besucher dort ein buntes Programm mit Infotischen, Beratungsangeboten, Musik und Kaffee und Kuchen. Die Tour Demenz setzt sich dafür ein, über Demenz aufzuklären, Berührungsängste abzubauen und sich für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Demenz starkzumachen.
Dokumentarfilm „Human Forever“ im Film-Eck
„Noch bin ich kerngesund und kann frei über mein Leben entscheiden. Aber das wird nicht immer so bleiben…“ Dieser Satz bringt die zentrale Frage des Dokumentarfilms „Human Forever“ auf den Punkt: Wie können Menschen mit Demenz nicht nur gut versorgt werden, sondern auch gut leben? Der preisgekrönte Dokumentarfilm des niederländischen Pflegeexperten und Filmemachers Teun Toebes zeigt eindrucksvoll, was Menschen mit Demenz brauchen: Respekt, Zugehörigkeit und die Möglichkeit, Mensch zu bleiben.
Der 80-minütige Film hinterfragt Vorurteile, stellt die Menschlichkeit in den Mittelpunkt und macht Mut zu einer demenzfreundlichen Gesellschaft. „Der Film berührt, macht nachdenklich und hilft dabei, vielleicht den Blick auf die Demenz ein Stück zu verändern“, sagt Sabine Salamon von der Fachstelle „Älter werden“.
Die Vorführung findet am Donnerstag, 24. September, um 18 Uhr im Film-Eck, Telegrafenstraße 1, statt. Der Eintritt ist frei. Eine spontane Teilnahme ist möglich. Gruppen werden allerdings gebeten, sich bei Birgit Stippe, Tagespflege Carpe Diem, unter Telefon 02196 / 7214533 anzumelden.
Tanzball für Menschen mit und ohne Demenz
Zum Abschluss wird es richtig schwungvoll! Beim Tanzball für Menschen mit und ohne Demenz steht nicht die Erkrankung im Mittelpunkt, sondern das, was alle verbindet: Musik, Bewegung, Begegnung und gemeinsam eine schöne Zeit zu haben. Denn Demenz bedeutet nicht, dass Lebensfreude, Musik und gemeinsames Erleben zwangsläufig verschwinden.
Beim Tanzball im Herbst am Dienstag, 29. September, um 15 Uhr erleben Menschen mit und ohne Demenz einen schwungvollen Nachmittag im Bürgerzentrum, Telegrafenstraße 29-33. Tanz-Motivator Stefan Kleinstück nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine getanzte Weltreise. Anmeldungen für den Tanzball sind nötig, Platzreservierungen nimmt das Team vom Haus der Begegnung telefonisch unter 02196 / 84726 oder per Mail an HausderBegegnung@wermelskirchen.de entgegen. Der Eintritt inklusive des Begrüßungssektes ist frei.
Ob Information und Beratung, ein bewegender Film oder ein Nachmittag voller Musik und Tanz: Alle sind herzlich eingeladen, sich an den drei Terminen dem Thema Demenz zu nähern. Denn was immer gilt: Demenz geht uns alle an.