Was auf unseren Tellern landet, hat mehr mit Nachhaltigkeit zu tun, als man zunächst denkt. Die vierte und letzte Woche der gemeinsamen Nachhaltigkeitswochen von Wermelskirchen, Burscheid, Leichlingen und der Volkshochschule (VHS) Bergisch Land widmet sich deshalb vom 5. bis 11. Oktober ganz dem Thema Ernährung. Denn die hat Einfluss auf den ökologischen Fußabdruck.
Ob regional oder weit gereist, saisonal oder ganzjährig verfügbar, selbst gekocht oder stark verarbeitet: Die Ernährung hat auch Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Denn von der landwirtschaftlichen Erzeugung über Verarbeitung und Transport bis hin zur Lagerung entstehen Treibhausgasemissionen. Schätzungen zufolge verursacht die Ernährung rund 15 bis 20 Prozent der persönlichen CO₂-Emissionen.
Dabei muss nachhaltige Ernährung weder kompliziert noch langweilig sein. Durch bewusste Entscheidungen im Alltag kann die Umweltbelastung sogar dadurch verringert werden, was auf dem Teller landet. Schon kleine Veränderungen helfen. Wer häufiger zu pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Getreide greift und den Konsum tierischer Produkte reduziert, kann den persönlichen CO₂-Ausstoß spürbar senken. Dabei hilft auch der Griff zu regionalen und saisonalen Lebensmitteln.
Wer Einkäufe plant, Lebensmittel richtig lagert und Reste kreativ verwertet, kann verhindern, dass genießbare Lebensmittel im Müll landen. Das schont nicht nur Ressourcen, sondern auch den eigenen Geldbeutel. Und wer häufiger mit frischen Zutaten kocht, kann zugleich auf stark verarbeitete Produkte verzichten.
Neben dem ökologischen Fußabdruck geht es in der vierten Nachhaltigkeitswoche auch um den sogenannten Handabdruck. Während der Fußabdruck die Auswirkungen des eigenen Handelns beschreibt, steht der Handabdruck für die positiven Veränderungen, die Menschen in ihrem Umfeld anstoßen können.
Wer beispielsweise regionale Erzeuger unterstützt, im Hofladen einkauft oder auf dem Wochenmarkt saisonale Produkte aus der Region auswählt, stärkt nachhaltige Strukturen vor Ort. Und wer andere für eine klimafreundlichere Ernährung begeistert, vergrößert den eigenen Handabdruck gleich mit.
In Wermelskirchen gibt es dafür viele Möglichkeiten: Zahlreiche Höfe bieten regionale Produkte direkt vom Erzeuger an. In den Hofläden finden sich beispielsweise Milch, Kartoffeln, Eier, Obst, Gemüse oder Pilze. Einige regionale Anbieter sind bereits unter www.bergisch-regional.de und www.hofladenfinder.org gelistet.
Wer gerne selbst den Kochlöffel schwingt und dabei neue vegetarische Gerichte ausprobieren möchte, findet bei der VHS Bergisch Land unter www.vhs-bergisch-land.de Infos zum Programm.
Auch Lebensmittel zu retten, statt sie wegzuwerfen, ist eine Möglichkeit, Ressourcen zu schonen. Über „Too Good To Go" bieten teilnehmende Geschäfte überschüssige, einwandfreie Lebensmittel zum reduzierten Preis an: www.toogoodtogo.com/de
Und wer beim Einkauf auf möglichst wenig Verpackung, regionale Produkte und Bio-Qualität achten möchte, kann in Wermelskirchen beispielsweise im Krämerladen fündig werden.
Die vierte Nachhaltigkeitswoche zeigt: Klimafreundliche Ernährung beginnt ganz einfach bei der nächsten Mahlzeit.
Das vollständige Programm der Nachhaltigkeitswochen und weitere Informationen gibt es: hier
Info Mit der Ernährungswoche vom 5. bis 11. Oktober enden die vier gemeinsamen “Nachhaltigkeitswochen” der Städte Leichlingen, Burscheid und Wermelskirchen sowie der VHS Bergisch Land. In den vergangenen Wochen standen bereits die Themen Natur, Konsum und Wasser im Mittelpunkt.