Gymnasiasten besuchen Rathaus und fragen: Wovon träumte der Bürgermeister als Kind

Erstellt von Stephan Singer |

Hat ein Bürgermeister Lampenfieber? Ja, hat er. Das gab Bernd Hibst unumwunden zu: „Ich habe schon auch manchmal Lampenfieber, wenn ich weiß, dass ich vor vielen Menschen sprechen soll. Denn man will ja den Erwartungen gerecht werden.“ Gefragt hatten ihn Schülerinnen und Schüler der Klasse 5f des Wermelskirchener Gymnasiums. Sie waren zu Gast im Rathaus, um mehr über Stadtverwaltung und Kommunalpolitik zu erfahren.

Im Verlauf einer Woche besuchten alle sechs fünften Klassen des Städtischen Gymnasiums das Rathaus und informierten sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten über die Arbeit. Das Stadtarchiv stand dabei genauso im Fokus wie das Goldene Buch oder der Städtische Abwasserbetrieb.

Und eben auch der „Chef“ in Person des Bürgermeisters, der bereitwillig sogar persönliche Fragen beantwortete. Zum Beispiel: „Was war Ihr größter Traum, als Sie klein waren?“ Antwort: „Die Feuerwehr gehörte dazu, ich wollte Feuerwehrmann werden. Das hat nicht ganz hingehauen. Aber indirekt bin ich es jetzt doch, denn die Feuerwehr gehört ja zur Stadt.“

Warum er denn Bürgermeister geworden sei, wollten die Jungen und Mädchen wissen. „Um Gutes für die Zukunft zu bewirken“, sagte Bernd Hibst: „Denn wenn Ihr mal groß seid, sollt Ihr mit Euren Familien gerne hier leben und arbeiten.“ Durchschnittlich 60 Stunden pro Woche arbeite er, sagte der 53-Jährige: „Das muss dann schon Spaß machen und mir macht es sehr viel Spaß.“

Welche Handlungsfelder ihm wichtig seien, wollten die Schülerinnen und Schüler wissen. „Die Wirtschaft vor Ort fördern. Die Infrastruktur, Kitas und Schulen vernünftig in Stand halten. Und auf die Nachhaltigkeit achten“, hob der Bürgermeister hervor. Die nächste Frage folgte prompt: „Wie lange wollen Sie Bürgermeister sein?“ Zwei Amtszeiten, also insgesamt zehn Jahre, wolle er auf jeden Fall im Amt bleiben, sagte Bernd Hibst: „Sofern ich denn wieder gewählt werde.“

Zum Stichwort Wahl hatten die Fünftklässlerinnen und Fünfklässler dann noch eine raffinierte Frage auf Lager. Ob sich denn Bürgermeister selbst wählen dürften, wollten sie wissen. „Ja, das dürfen sie“, antwortete Bernd Hibst und fügte schmunzelnd hinzu: „Sicherlich haben sich auch alle Kandidaten selbst gewählt.“ Nach seinem Lebensmotto gefragt, antwortete der erste Bürger Wermelskirchens den Gymnasiasten: „Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu.“

Schließlich durfte auch der Bürgermeister Fragen stellen. Der lenkte den Blick auf das große Buch auf einem Tisch hinter ihm. „Das ist ziemlich dick. Das ist bestimmt das Buch der Gesetze“, vermutete ein Schüler. Tatsächlich handelte sich um das Goldene Buch, in dem sich schon viele Ehrengäste der Stadt bei ihrem Besuch in Wermelskirchen verewigten. Welche das sind, konnten sich die Schülerinnen und Schüler dann aus der Nähe ansehen: zum Beispiel Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl.

„Demokratie und Politik sind Inhalt im Unterricht. Zu unserer Themenwoche gehört auch, außerschulisches Lernen zu fördern – deshalb der Besuch im Rathaus“, berichteten Christian Rolhauser und Arne Fröhlingsdorf. Die beiden Lehrer des Gymnasiums freuten sich über das wissbegierige Mitmachen ihrer Schützlinge: „Alle sind völlig engagiert dabei.“

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Fragerunde mit dem Bürgermeister im Ratssaal
Bürgermeister Bernd Hibst stand der Klasse 5f des Gymnasiums im Ratssaal des Bürgerzentrums Rede und Antwort. Fotos: Stadt Wermelskirchen / Stephan Singer
Gymnasiasten sehen Goldenes Buch
Ein ganz besonderes Buch, das nicht alle Tage aus dem Tresor geholt wird: Die Schülerinnen und Schüler durften auch einen Blick in das Goldene Buch der Stadt werfen.