Die Jugendfeuerwehr von heute sichert den Brandschutz von morgen. Deshalb ist die Feuerwehr Wermelskirchen stolz auf ihre Nachwuchs-Einheit. Stattliche 40 Jugendliche im Alter zwischen zehn und 17 Jahren gehören derzeit der Wermelskirchener Jugendfeuerwehr an. Das Ziel und der Wunsch: Mit Erreichen der Volljährigkeit sollen sie in den aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr treten und so die Kernaufgaben „Retten – Löschen – Bergen – Schützen“ auch in Zukunft mit Leben füllen.
Stadtjugendfeuerwehrwart Philipp Alexander und seine Stellvertreterin Lara Fink leiten 34 männliche und sechs weibliche Jugendwehrleute. Außerdem gehören sechs Jugendfeuerwartinnen und Jugendfeuerwarte, die allesamt die bundeseinheitliche Jugendleiter-Ausbildung absolviert haben, sowie neun Jugendbetreuerinnen und Jugendbetreuer zum Organisationsteam.
Bestmögliche Betreuung dank Qualifikation
Damit die Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr die bestmögliche Betreuung erhalten, haben alle Angehörigen des Organisationsteams Lehrgänge besucht, in denen sie sich fachlich und pädagogisch schulen ließen. Obendrein wissen sie, wovon sie reden, weil sie alle aus den Reihen der aktiven Mannschaften der Freiwilligen Feuerwehr stammen – sie kennen also nicht nur theoretisches Wissen, sondern sind mit realen Einsätzen vertraut.
Ihr Wissen vermitteln sie zwei Mal im Monat samstags in der Zeit von 9 bis 12 Uhr. Mit viel Engagement, Schwung und auch einer Prise Spaß lernen die Jugendlichen dann feuerwehrtechnische Grundlagen sowie Gerätekunde und erleben, dass echtes Teamwork eine tolle Lebenserfahrung und ein zielführendes Instrument ist, um anderen Menschen in brenzligen Situationen zu helfen.
Wo Talente sich entfalten können
„Das Spektrum der Inhalte ist breit gefächert. So sprechen wir verschiedenste Talente an, die die einzelnen Jugendlichen dann entfalten können“, sagt Stadtjugendfeuerwehrwart Philipp Alexander. Löschangriffe, Erste Hilfe, Knoten und Stiche, Funkübungen sowie der sichere Umgang mit Ausrüstung und Gerätschaften gehören genauso zum Training der Jugendfeuerwehr wie Fahrzeugkunde, Unfallverhütung und nicht zuletzt das Stärken von sozialen Kompetenzen.
Weil Teamwork bei der Feuerwehr so wichtig ist, legt sie großen Wert auf Zusammenhalt, Gemeinschaft und gegenseitiges Vertrauen. Um dafür nicht nur die Grundlagen zu schaffen, sondern diese auch zu hegen und pflegen gehören neben Theorie und Praxis verschiedene Ausflüge, Spiele und Sport zum Programm des Nachwuchses der „Sankt Florians-Jünger“.
Zeltlager, Ausflüge und mehr
„Einem jährlichen Highlight wird stets entgegengefiebert und dafür auch trainiert“, rückt Philipp Alexander das gemeinsame Zeltlager aller Jugendfeuerwehren im Rheinisch-Bergischen Kreis in den Fokus. Zum Zeltlager-Wochenende gehört unter anderem die Abnahme der sogenannten Leistungsspange, für die verschiedenen Übungen gemeistert werden müssen. Und wenn in diesem Jahr vom 3. bis 7. Juni in Bergisch Gladbach die Zelte aufgeschlagen werden, strebt der Wermelskirchener Feuerwehrnachwuchs mindestens die Verteidigung der dritten Plätze an, den er in den beiden Altersklassen des Wettbewerbs in 2025 mit Stolz erreichen konnte.
Ebenfalls jährlich wiederkehrend und ebenfalls für alle Jugendfeuerwehren im Kreis gibt es einen großen Kinotag.
Nicht nehmen lässt sich das Leitungsteam der Jugendfeuerwehr, die zukünftigen Brandbekämpferinnen und Brandbekämpfer zu einer Weihnachtsfeier einzuladen. „Dabei erwartet die Jungen und Mädchen stets eine wechselnde Aktion, wie beispielsweise Eislaufen, Bowling oder Lasertag“, berichtet der Stadtjugendfeuerwehrwart.
Das Ausflugsziel der Jugendfeuerwehr in 2026 ist das Gut Alte Heide in Dabringhausen, wo mit einer Übernachtung ganz nah an der Natur die Gemeinschaft mit Spiel, Spaß und auch Chill-Out gestärkt wird. Ausflüge in der Vergangenheit führten unter anderem in einen Kletterpark mit anschließendem Grillabend.
Alltag der Berufsfeuerwehr hautnah
Alle zwei Jahre wird es beim Berufsfeuerwehrtag für die älteren Jugendfeuerwehrleute richtig „heiß“. Denn dann erleben sie hautnah, wie ein 24-Stunden-Dienst in einer Berufsfeuerwehr abläuft. Währenddessen gilt es für die Jugendlichen, verschiedene simulierte Einsätze wie Brandbekämpfung und Hilfeleistungen zu lösen.
Üben mit den Löschgruppen
„Ein ‚großer‘ Schritt für die Jugendlichen des Feuerwehr-Nachwuchses ist der 16. Geburtstag. Denn dann dürfen sie mit dem schriftlichen Einverständnis der Erziehungsberechtigten auch außerhalb der Nachwuchswehr bereits an Übungsdiensten ihrer Löschgruppe teilnehmen“, erläutert Philipp Alexander. Zu welcher Löschgruppe eine Nachwuchsfeuerwehrfrau oder ein Nachwuchsfeuerwehrmann gehört, ist abhängig vom Wohnort. Der Hintergrund: Im Einsatzfall soll die Anfahrt zum Gerätehaus natürlich möglichst kurz sein.
Mit 18 geht’s in den aktiven Dienst
Zum Abschluss der Jugendfeuerwehrzeit absolviert ein Mitglied einen Grundausbildungslehrgang, der mit Bestehen der Prüfung die Qualifikation für die erste Befähigung einer Feuerwehrfrau bzw. eines Feuerwehrmannes darstellt. Mit der Vollendung des 18. Lebensjahres erfolgt die vollständige Übernahme in die Einsatzabteilung und die direkte Beförderung zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau.
Gut zu wissen
Wer sich für eine Aufnahme entscheidet, ist grundsätzlich versichert. Die Angehörigkeit zur Jugendfeuerwehr bzw. zur Freiwilligen Feuerwehr ist beitragsfrei. Außerdem bekommen die Jungen und Mädchen die notwendige Dienstkleidung und können einen Jugendfeuerwehrausweis beantragen, der freien Eintritt ins städtische Quellenbad bietet (Schwimmkurse ausgeschlossen).
Die Jugendfeuerwehr Wermelskirchen besteht seit dem 1. Januar 1985. Gegründet wurde sie damals von Werner Biesenbach und Fritz Molitor.
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