„Luisa ist hier“ - Hilfsangebot bei sexueller Belästigung auf der Herbstkirmes

Erstellt von Kathrin Kellermann |

„Ist Luisa hier?“ Mit diesen drei Worten können sich Mädchen und Frauen bei der 430. Wermelskirchener Herbstkirmes jederzeit und ganz unkompliziert an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) wenden, wenn sie sich unwohl fühlen, belästigt werden oder Hilfe benötigen. Wer nach Luisa fragt, bekommt unmittelbar Unterstützung – ohne erklären zu müssen, was passiert ist. 

Zum fünften Mal ist die bundesweite Kampagne „Luisa ist hier“ auf der Herbstkirmes dabei. Von Freitag, 28. August, bis Dienstag, 1. September, weisen auffällige Beach-Flags auf die beiden DRK-Stationen am Schwanenplatz und in der Telegrafenstraße auf Höhe der Stadtsparkasse hin. Dort sind geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz und stehen betroffenen Frauen und Mädchen zur Seite. Auch in der „Kattwinkelschen Fabrik“ und in der „Centrale“ wissen die Mitarbeitenden, was hinter der Frage „Ist Luisa hier?“ steckt und wie sie den Betroffenen helfen können. 

Der Code „Ist Luisa hier?“ macht es möglich, unauffällig und unkompliziert nach Unterstützung zu fragen. Gerade auf einer großen Veranstaltung mit Musik, vielen Menschen und entsprechendem Trubel ist es nicht immer einfach, offen zu sagen, dass man sich in einer unangenehmen oder bedrohlichen Situation befindet. Wer nach Luisa fragt, muss keine weiteren Fragen beantworten oder seine Situation erklären. Die geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geleiten Betroffene an einen sicheren Ort, rufen eine Vertrauensperson an oder ziehen auch – wenn gewünscht – die Polizei hinzu. Bei Bedarf wird die Begleitung zu einem Taxi organisiert.

„Wir möchten, dass sich unsere Besucherinnen auf der Herbstkirmes sicher fühlen und unbeschwert feiern können. Deshalb wollen wir mit der sichtbaren Kampagne auch signalisieren, dass jeder Frau und jedem Mädchen jederzeit geholfen wird“, sagen Bürgermeister Bernd Hibst und Gleichstellungsbeauftragte Cora-Lee Halbach. 
Die Kampagne wird bei Großveranstaltungen in Wermelskirchen eingesetzt, weil sexualisierte Belästigung und Gewalt keine Randerscheinungen sind. Mit „Luisa ist hier!“ sollen Hemmschwellen abgebaut und Betroffene darin bestärkt werden, sich Unterstützung zu holen. 

Allen beteiligten Kooperationspartnern -  der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt, Frauen-Zimmer e.V., dem Deutschen Roten Kreuz und der Stadt Wermelskirchen - ist es ein gemeinsames Anliegen, dass die Besucherinnen und Besucher die 430. Wermelskirchener Herbstkirmes unbeschwert genießen können. 

Luisa ist auf jeden Fall dabei. 

Info und Beratung: 
Mädchen und Frauen ab 14 Jahren können sich auch unabhängig von der Kirmes an die Fachberatungsstelle „Frauen-Zimmer“ in Burscheid wenden.
Die Mitarbeiterinnen der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt für den Rheinisch-Bergischen Kreis unterliegen der Schweigepflicht. Die Beratung ist kostenlos und auf Wunsch anonym möglich.

Frauen-Zimmer e. V.
Höhestraße 76
51399 Burscheid
Telefon: 02174 / 1047
E-Mail: team@frauenberatung-burscheid.de 

Termine können telefonisch oder per E-Mail vereinbart werden.
Weitere Infos auf der Website unter: www.frauenberatung-burscheid.de

 

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Auch in diesem Jahr weisen Beachflags auf die DRK-Stationen hin, an denen Frauen und Mädchen geholfen wird, wenn sie sich belästigt fühlen. Denn: „Bei der Herbstkirmes sollen alle unbeschwert feiern können“, sagen Anja Haussels („Frauen-Zimmer“ e.V.), Bürgermeister Bernd Hibst, Gleichstellungsbeauftragte Cora-Lee Halbach und Kimberly Halbach („Frauen-Zimmer“ e.V., Foto von rechts). Foto: Stadt Wermelskirchen / Kathrin Kellermann