„Plauderbänke“: Gemeinsam mit einem kleinen Gespräch gegen die Einsamkeit

Erstellt von Kathrin Kellermann |

Einsamkeit kennt kein Alter, keine soziale Schicht und es ist ein Thema, das mehr Menschen in Wermelskirchen berührt, als man denken mag. Deshalb hat die Stadt die Idee der „Plauderbänke“ aufgegriffen und entsprechende Sitzmöglichkeiten zum Plaudern in Tente auf dem Spielplatz, im Stadtpark an der Jörgensgasse und am Rathausvorplatz installiert. Auch im Seniorengärtchen in Dabringhausen lädt eine Plauderbank dazu ein, unverbindlich miteinander ins Gespräch zu kommen. Ohne Druck und ohne Agenda.

Kommenden Freitag, 12. Juni, wird Sabine Salamon von der Fachstelle „Älter werden“ der Stadt zwischen 10 und 12 Uhr das Projekt zwischen dem Rathaus und dem Wochenmarkt vorstellen. Dafür stellt sie eine mobile Plauderbank auf, die mit weichen Kissen und kuscheligen Decken noch gemütlicher für einen Plausch beim oder nach dem Einkauf wird.

Mit dabei ist auch eine Ehrenamtlerin, die Patin für die Plauderbank auf dem Spielplatz in Tente ist. Sie wird ab dem 16. Juni jeden Dienstag von 10 bis 11 Uhr auf „ihrer“ Plauderbank Platz nehmen und für Gespräche zur Verfügung stehen. Ob über das Wetter, die Nachbarschaft, Erinnerungen oder aktuelle Themen. Jedes Gespräch ist willkommen.

Wer auch Patin oder Pate für eine der Plauderbänke im Stadtgebiet werden möchte, neugierig ist, Fragen hat oder einfach nur ein kleines Gespräch führen möchte, ist herzlich eingeladen, Sabine Salamon auf dem Wochenmarkt zu treffen und anzusprechen. „Es wäre toll, wenn wir noch Patinnen und Paten, die Lust auf Gespräche haben, für die anderen Plauderbänke finden“, sagt Sabine Salamon, die auch per Mail an s.salamon@wermelskirchen.de oder telefonisch unter 02196 / 710-551 zur Verfügung steht.

Die Schilder für die Plauderbänke wurden übrigens über Fördergelder der Kreises Motiv Mensch finanziert. Gut angelegtes Geld, findet Sabine Salamon. Denn: „Die Folgekosten, die durch Einsamkeit entstehen, sind deutlich höher und belasten das Gesundheitssystem. Dabei verschwindet das Gefühl der Einsamkeit auch schnell, wenn wir uns Zeit füreinander nehmen“, sagt sie. „Die Plauderbänke sind ein einfaches, aber wirksames Angebot, um Kontakt zu bekommen und Brücken zu bauen zwischen Menschen, die sich sonst vielleicht nie begegnen würden.“

Ein „Muss“ ist es übrigens nicht, auf der Plauderbank zu plaudern. Aber: „Es gibt nur wenige Menschen, die sich gestört fühlen, wenn sie einmal angesprochen werden“, weiß Sabine Salamon. „Das Schild ist eine Anregung und verpflichtet zu nichts. Aber es ist auch schön, mal entspannt ins Gespräch zu kommen.“

Das Konzept wurde bereits im vergangenen Sommer in Absprache mit der Geschäftsführung der Eifgenhäuser vor dem Haus in der Dhünner Straße 5 erfolgreich getestet. Aus dem anfänglich stark genutzten Angebot entwickelte sich der Wunsch der Besucherinnen und Besucher nach einem regelmäßigen Treffpunkt. Deshalb findet seitdem sogar wöchentlich ein „Plaudertreff“ statt, der sich an den Wünschen der Teilnehmenden orientiert.

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Sabine Salamon ist mit einer mobilen Plauderbank am kommenden Freitag zwischen Rathaus und dem Wochenmarkt, um das Konzept vorzustellen. Foto: Stadt Wermelskirchen / Kathrin Kellermann