Geheiratet haben Ingrid und Dieter Siebeneich noch in Remscheid. „Aber ein Jahr später sind wir nach Wermelskirchen gezogen und hier haben wir unser Haus im Lehn gekauft und hier 60 Jahre lang schöne, gemeinsame Erinnerungen gesammelt“, erzählt Ingrid Siebeneich lächelnd.
Die Diamantene Hochzeit feierte das Paar erstmal ganz vertraut nur zu zweit: den Tag der standesamtlichen Trauung am 26. November, und der kirchlichen Hochzeit am 27. November 1965. Seit Dieter Siebeneich nach einem Herzstillstand vor 14 Jahren pflegebedürftig ist, „freuen wir uns, wenn die Kinder kommen und wir mit ihnen Zuhause den Hochzeitstag nachfeiern“, sagt Ingrid Siebeneich, die ihren Mann liebevoll pflegt. „Wir haben uns vor 60 Jahren versprochen ‚in guten, wie in schlechten Zeiten und daran haben wir uns immer gehalten und werden das auch weiter tun.“
Der erste Gratulant am Ehrentag war Bürgermeister Bernd Hibst, der die Glückwünsche zu dem besonderen Ereignis persönlich überbringen wollte. Ihm verriet das Paar auch das wichtigste Rezept, um 60 Jahre lang glücklich zu sein: „Man muss darauf vertrauen, dass man sich auf seinen Partner verlassen kann. Dann schafft man es auch, Höhen und Tiefen gemeinsam zu überstehen.“ Auch gemeinsame Erinnerungen sorgen für Kitt in der Ehe: „Wir sind früher mit den Kindern im Urlaub immer nach Dänemark gefahren und haben dort auch viele Freunde gefunden.“ Bis heute würden Sohn Carsten und Tochter Andrea Dänemark als „zweite Heimat“ ansehen, verrät die Mutter, „weil wir dort so wunderschöne Zeiten hatten.“
Aber auch die Reisen nach Italien und Teneriffa oder gemeinsame Wandertouren mit befreundeten Ehepaaren, gehören zu den Erinnerungen, von denen sie gerne reden. „Wir können zwar heute nicht mehr reisen, aber wir haben unseren wunderschönen Garten, der wie eine Auszeit ist. Hier sind Vögel, Rehe, auf dem Schornstein wohnt eine Eule – wir haben also Natur pur“, sagt die 82-Jährige, die in Ostpreußen auf die Welt kam und als Kleinkind während des Krieges mit Mutter und Schwester über Stettin nach Cottbus flüchtete. Von dort zog die Familie schließlich nach Verden/Aller und als die junge Ingrid Klatt eine Ausbildung zur Krankenschwester beginnen wollte, zog sie nach Remscheid.
Ein Wink des Schicksals, denn dort traf sie ihren späteren Ehemann. Auch Dieter Siebeneich war ein Flüchtlingskind, zog von Nümbrecht nach Remscheid, um dort im Krankenhaus als Krankenpfleger zu arbeiten. Auf der damaligen Station M3 – der Inneren – trafen sie und verliebten sie sich. Mit dem Umzug nach Wermelskirchen wechselte Dieter Siebeneich ins hiesige Krankenhaus, leitete dort lange die Intensivstation.
Die Erinnerungen an Kriegszeiten, in denen beide noch kleine Kinder waren, hätten auch geprägt. „Das waren schlimme Zeiten, aber das schweißt auch zusammen“, sagt Ingrid Siebeneich und fügt hinzu: „In Wermelskirchen sind wir zur Ruhe gekommen und wir leben so gerne hier.“ Heute genießt es die 82-Jährige von Herzen, quasi „die Oma vom Lehn“ zu sein und mit den Kindern aus der Nachbarschaft, die sich im Sommer einfach zu ihr auf die Bank draußen setzen, zu plaudern. In ihrem Haus „haben wir wunderschöne Erinnerungen fürs Leben gesammelt und es ist schön, dass wir in einer Nachbarschaft leben, in der man aufeinander achtet.“