Spielplatz-Kolonne schlägt Alarm: Wilder Müll auf Spielplätzen nimmt zu

Erstellt von Kathrin Kellermann |

Leere Flaschen, benutzte Taschentücher oder Zigarettenstummel: Bei ihren Kontrollgängen, um die Spielgeräte zu überprüfen, stoßen Luca Steinborn und Luca Scheffer der „Spielplatz-Kolonne“ des Betriebshofes immer häufiger auf Unrat. Allerdings nicht in den Mülleimern, sondern in Sandkästen, im Gebüsch oder direkt neben den Spielgeräten… 

Und Tatsache: Beim Check am Spielplatz im Stadtpark an der Jörgensgasse überreicht ihnen ein Vater eine leere Bierflasche, die er beim Spiel mit seiner Tochter am Kletterturm gefunden hat. „Das muss doch nicht sein, dass Leute ihren Dreck hier rumliegen lassen und nicht entsorgen oder mit nach Hause nehmen“, sagt er empört. 

„Es nimmt leider immer mehr zu, dass auf unseren Spielplätzen Müll einfach achtlos weggeworfen wird“, betonen Luca Steinborn und Luca Scheffer. Für sie ist das nicht nur unverständlich, schließlich stehen allein im Parkbereich an der Jörgensgasse sieben Mülleimer bereit, sondern auch aus Sicherheitsgründen sehr beunruhigend: „Die Kleinen laufen im Sand ja auch barfuß und können sich an möglichen Scherben schlimm verletzen.“ 
Täglich fahren die beiden Mitarbeiter des Betriebshofs als „Spielplatz-Kolonne“ die Spielplätze der Stadt ab. „In erster Linie checken wir, ob alle Spielgeräte heil sind und ob Reparaturen nötig sind“, erklären sie. Doch immer öfter übernehmen sie freiwillig auch die Rolle der Müllsammler, um die Kinder zu schützen - und ein gepflegtes Erscheinungsbild zu wahren. 

Auch Harald Drescher, Amtsleiter des für die Spielplätze zuständigen Tiefbauamts, bestätigt die Entwicklung. „Wir beobachten immer häufiger, dass auf unseren öffentlichen Spielplätzen die Papierkörbe nicht genutzt werden. Das ist ärgerlich, weil sich Kinder und Eltern unwohl fühlen und sich im schlimmsten Fall sogar verletzen“, so Drescher. Als Maßnahme hat die Stadt Wermelskirchen die Abfuhren der Mülleimer in den betroffenen Bereichen durch den bergischen Afallverband (BAV) erhöhen lassen. 
Besonders betroffen sind der Jugendfreizeitpark, sowie die sogenannten „Großen Vier“, die neben dem Spielplatz-Standort Jörgensgasse die Spielplätze in Tente, an der Stettiner Straße und im Dorfpark Dabringhausen umfassen. Hier hinterlassen nicht selten Gruppen, die sich abends oder am Wochenende am Jugendfreizeitpark oder den Spielplätzen treffen, leere Flaschen, Dosen und Pizzakartons. 

Zudem finden sich zahlreiche Zigarettenstummel rund um die Sitzgelegenheiten an den Spielplätzen, obwohl dort ein striktes Rauch- und Alkoholverbot besteht. Auch die Regel, dass Hunde Spielbereiche nicht betreten dürfen, wird missachtet. Regelmäßig stoßen die Mitarbeiter der Spielplatz-Kolonne sowie Mitglieder der Kirchengemeinde „Treffpunkt Hoffnung“, die seit zehn Jahren die Patenschaft für den Stadtpark an der Jörgensgasse innehaben, auf Hundekot, der teilweise selbst aus den Sandkästen nicht entsorgt wurde. 

Regelmäßig kommen die „Paten“ des Stadtparks vom Treffpunkt Hoffnung zusammen, um Müll aus Gebüschen zu klauben und Zigarettenstummel aufzusammeln, die neben Bänken und im Sand einfach ausgetreten werden - trotz Rauchverbot am Spielplatz. Das Ordnungsamt der Stadt Wermelskirchen wird in den kommenden Wochen vermehrt Kontrollen in den Bereichen fahren.  

Die Stadtverwaltung appelliert an alle Nutzerinnen und Nutzer, sich an die geltenden Regeln zu halten und die Spielplätze sauber zu hinterlassen. Die Infotafeln vor Ort erinnern an die wichtigsten Vorschriften: Die Spielplätze sind bis 20 Uhr geöffnet. Hunde sowie das Fahrradfahren sind auf dem Spielplatz verboten. Ebenso gilt ein Verbot fürs Rauchen sowie den Konsum von Alkohol und Drogen. 
Rauchen auf Spielplätzen ist gerade nicht nur wegen der Gesundheitsgefährdung der spielenden Kinder, sondern auch wegen der Trockenheit gefährlich: Eine achtlos weggeworfene glimmende Zigarette kann das trockene Gras oder Laub schnell entzünden. 

Info: 
Wermelskirchen verfügt insgesamt über 30 öffentliche Spielplätze sowie sechs Standorte mit je einem einzelnen Spielgerät. Eine Übersicht bietet die Stadt auf ihrer Website unter  https://www.wermelskirchen.de/kultur-freizeit/freizeitangebote/spielplaetze  an. Die Kontrolle der Anlagen erfolgt wöchentlich durch die „Spielplatz-Kolonne“ des Betriebshofes. Beschädigungen können über den Mängelmelder an die Stadtverwaltung gemeldet werden.

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Luca Steinborn und Luca Scheffer (rechts) kontrollieren regelmäßig die Spielplatze der Stadt Wermelskirchen. In letzter Zeit fällt den Mitarbeitern des Betriebshofes auf, dass immer mehr Müll achtlos auf den Spielplätzen weggeworfen wird. Fotos: Stadt Wermelskirchen / Kathrin Kellermann
Hinweisschildern an den Spielplätzen weisen auf die Regeln hin.
Neben der Plauderbank ist der Mülleimer, aber das Taschentuch liegt unter der Bank.