Hitze und Hitzeschutz

Hitzeschutz gehört zu einem der wichtigsten Aufgaben, der wir uns stellen müssen. Denn mit dem voranschreitenden Klimawandel müssen wir auch mit steigender Belastung durch hohe Temperaturen und längere Hitzewellen rechnen. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig zu überlegen, wie man sich vor Hitze im eigenen Zuhause aber auch im Alltag schützen kann. Dieser Seite soll daher einen ersten Überblick zu den wichtigsten Informationen und Maßnahmenmöglichkeiten geben.

Das Klima hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nachweislich verändert, sodass auch bei uns in der Stadt die Veränderungen hinsichtlich der Temperatur messbar und spürbar sind. Vergleicht man dabei den Zeitraum 1961-1990 mit dem Zeitraum 1991-2020 können bereits folgende Veränderungen festgestellt werden:

  • Die Jahresdurchschnittstemperatur nahm bereits um 1°C zu
  • Die Anzahl der Sommertage (>25°C) ist von 23 auf 36 Tage gestiegen
  • Die Anzahl der heißen Tage (>30°C) stieg von 3 auf 8 Tage

Das bedeutet eben auch, dass Hitzewellen häufiger auftreten und länger anhalten. 

Im Rahmen des Klimaanpassungskonzeptes wurde außerdem geschaut, mit welchen Temperaturveränderungen in Zukunft gerechnet werden muss. Dabei wurde sehr deutlich, dass wir auch hier bei uns mit starken Veränderungen rechnen müssen. Eine höhere Durchschnittstemperatur, mehr Sommertage und heiße Tage und auch eine Zunahme an Tropennächten (Temperatur fällt in der Nacht nicht unter 20°C), sind Veränderungen mit denen gerechnet werden muss. 

Die Veränderungen in den Sommermonaten sind besonders für ältere und sehr junge Menschen, Schwangere, Obdachlose, Personen mit Erkrankungen und Menschen, die viele Stunden draußen arbeiten, gefährlich. Denn diese Klimaveränderungen werden den Körper im Alltag zusätzlich belasten. Umso wichtiger ist es daher schon jetzt vorbereitende Maßnahmen zum Hitzeschutz umzusetzen. 

 

Gerade während der Sommermonate sollte man täglich auf Hitzewarnungen vom Deutschen Wetterdienst achten, um sich auf bevorstehende Hitze besser vorbereiten und die Tage planen zu können.

Der Deutsche Wetterdienst warnt bei Hitzewarnungen immer in zwei Stufen:

Warnstufe 1: Eine Hitzewarnung der Stufe 1 wird dann herausgegeben, wenn die Gefühlte Temperatur am frühen Nachmittag einen bestimmten Schwellenwert überschreitet. Dieser Schwellenwert liegt bei etwa 32°C, kann aber aufgrund eines Akklimatisationseffektes bei Ereignissen im Frühsommer etwas niedriger und im Hochsommer etwas höher liegen. Als weiteres Kriterium einer Warnung wird die nächtliche Temperatur von Innenräumen herangezogen. Denn bleibt die Nacht zu warm, verschlechtert sich die Schlafqualität. Durch diese zusätzliche Belastung wird die Hitze tagsüber schlechter verkraftet.

Warnstufe 2: Für diese Warnstufe gilt grunsätzlich das selbe, nur das hier die gefühlte Temperatur am frühen Nachmitttag bereits 38°C überschreitet und dadurch nochmal mit größeren Belastungen für den Körper gerechnet werden muss. 

Die Hitzewarnungen werden immer für den aktuellen und/oder auch den folgenden Tag herausgegeben und können hier für Wermelskirchen eingesehen werden: Aktuelle Warnungen. Um automatisch über bevorstehende Hitzewarnungen informiert zu werden, besteht aber auch die Möglichkeit sich über die DWD WarnWetter App Mitteilungen zukommen zu lassen oder diese über den Newsletter des DWDs zu erhalten, sodass man bei Warnungen automatisch eine Benachrichtigung erhält.

Neben Hitzewarnungen werden bei der Warnseite des Deutschen Wetterdienstes auch Warnungen bei hoher UV-Belastung oder Unwetter gegeben, sodass sich ein regelmäßiger Blick auf die Seite, gerade im Sommer, immer lohnt. 

 

Hitzeschutz im Alltag

Hohe Temperaturen können den Körper belasten. Es gibt vielseitige Maßnahmen, mit denen sich jeder Einzelne vor den hohen Temperaturen und der UV-Belastung schützen kann. 

Kleidung und Sonnenschutz

  • Leichte Kleidung tragen: Wählen Sie helle, luftige und atmungsaktive Kleidung. Auch langärmlige Kleidung kann vor Sonne schützen.
  • Kopf schützen: Tragen Sie möglichst einen Sonnenhut oder eine andere Kopfbedeckung, wenn Sie draußen unterwegs sind.
  • Sonnencreme verwenden: Cremen Sie unbedeckte Haut regelmäßig mit einem geeigneten Sonnenschutzmittel ein. Hinweise zum tagesaktuellen UV-Wert finden Sie neben dem Informationen vom Deutschen Wetterdienst auch hier.
  • UV-Warnungen beachten: Informieren Sie sich über die aktuellen UV-Werte und Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Ausreichend trinken und das Essen an die Hitze anpassen

Bei Hitze verliert der Körper mehr Flüssigkeit. Trinken Sie deshalb regelmäßig über den Tag verteilt.

  • Trinken Sie möglichst jede Stunde ein Glas Wasser, auch wenn Sie keinen Durst verspüren.
  • Als Orientierung gelten mindestens 1,5 Liter am Tag, bei Temperaturen über 30°C wird die doppelte bis dreifache Menge des täglichen Bedarfs empfohlen.
  • Besonders geeignet sind Leitungs- und Mineralwasser sowie gekühlte, ungesüßte und gekühlte Kräutertees oder zum Beispiel Tee mit Minze und Zitrone.
  • Essen Sie lieber mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt, wie Obst, Gemüse, Joghurt oder Salat, anstatt große schwere Mahlzeiten, da diese den kreislauf zusätzlich belasten.

Den Tagesablauf an die Hitze anpassen

  • Körperliche Anstrengung vermeiden: Verlegen Sie Sport, Gartenarbeit und andere anstrengende Tätigkeiten möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden. Zwischen 11 und 17 Uhr sollte körperliche Belastung möglichst vermieden werden.
  • Einkäufe organisieren: Lassen Sie Einkäufe bei großer Hitze möglichst von Angehörigen, Freunden oder Nachbarn übernehmen.
  • Hitzepatenschaften nutzen: Fragen Sie in Ihrem Umfeld nach Hitzepatenschaften oder bieten Sie selbst Unterstützung für Menschen an, die bei großer Hitze Hilfe benötigen.
  • Kühle Orte aufsuchen: Wird Ihre Wohnung zu heiß, gehen Sie an einen kühleren Ort. Erste Ideen für öffentlich geeignete Orte finden Sie in der Kühle-Orte-Karte der Stadt.

Den Körper zusätzlich kühlen

  • Kühlende Fußbäder, kühlende Körperlotions oder Thermalwassersprays können für angenehme Abkühlung sorgen.
  • Auch ein kühles, feuchtes Tuch auf Gesicht, Nacken oder Armen kann angenehm sein.
  • Sie können zudem feuchte Tücher im Raum aufhängen, da die Verdunstung des Wassers zur leichten Kühlung des Raumes beitragen kann.  

Gut durch die Nacht kommen

  • Verwenden Sie bei hohen Temperaturen leichte Bettdecken, zum Beispiel aus Baumwolle.
  • Lüften Sie möglichst in den kühleren Morgen- und Abendstunden und halten Sie die Fenster tagsüber möglichst geschlossen. 

Mehr Tipps finden Sie auch in unserem Hitzeknigge.

 

Hitzeschutz am eigenen Haus

Heiße Sommertage können dazu führen, dass sich Gebäude und Wohnräume stark aufheizen. Mit einfachen Maßnahmen lässt sich die Wärmebelastung deutlich reduzieren. Dabei gilt: Am wirksamsten ist es, die Hitze bereits draußen abzufangen. Bauliche Maßnahmen wie außenliegender Sonnenschutz, Begrünung und eine gute Wärmedämmung schützen langfristig vor Überhitzung.

Kurzfristig für kühlere Räume sorgen

An heißen Tagen sollten Fenster und Türen tagsüber möglichst geschlossen bleiben, insbesondere wenn es draußen wärmer ist als drinnen. Gelüftet wird am besten in den kühleren Morgen- und Abendstunden sowie nachts, wenn die Außentemperatur unter der Raumtemperatur liegt. Durch gleichzeitiges Öffnen gegenüberliegender Fenster kann ein Durchzug entstehen und die warme Raumluft schneller abgeführt werden.

Auch außenliegender Sonnenschutz ist besonders wirksam: Rollläden, Markisen, Sonnensegel, Vordächer oder Dachüberstände verhindern, dass die Sonnenstrahlung überhaupt auf Fenster und Fassaden trifft. Innenliegende Vorhänge oder Jalousien können ebenfalls helfen, sind jedoch weniger effektiv. Helle, lichtreflektierende Materialien können die Aufheizung zusätzlich reduzieren.

Auch elektrische Geräte, Beleuchtung und das Kochen mit dem Backofen erzeugen Wärme. An besonders heißen Tagen sollten unnötige Wärmequellen daher möglichst reduziert werden. Ventilatoren können durch die Luftbewegung für eine angenehmere Wahrnehmung der Temperatur sorgen.

Langfristig vorsorgen

Bäume und andere Pflanzen können Grundstück und Gebäude auf natürliche Weise kühlen. Großkronige Bäume spenden Schatten und kühlen durch Verdunstung. Sie schützen dadurch beispielsweise Fenster, Fassaden und Außenbereiche vor direkter Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig schaffen sie Lebensräume für Vögel und Insekten. Auch bepflanzte Vorgärten sind aus klimatischer Sicht sinnvoller als vollständig versiegelte Flächen oder Schottergärten.

Dach- und Fassadenbegrünungen tragen ebenfalls zur Kühlung bei. Pflanzen geben über die Verdunstung Wasser an die Umgebung ab und können dadurch die Umgebungstemperatur senken. Eine Dachbegrünung kann außerdem Regenwasser zurückhalten, Lebensraum für Insekten schaffen und die Dachhaut vor UV-Strahlung und Witterungseinflüssen schützen. Je nach Ausführung kann sie auch mit einer Photovoltaikanlage kombiniert werden.

Helle Gebäudeoberflächen reflektieren einen größeren Teil der Sonneneinstrahlung und erwärmen sich dadurch weniger stark als dunkle Oberflächen. Bei ohnehin anstehenden Renovierungsarbeiten kann deshalb geprüft werden, ob helle Materialien oder Anstriche eingesetzt werden können.

Eine gute Wärmedämmung schützt das Gebäude nicht nur im Winter vor Wärmeverlust, sondern trägt auch im Sommer dazu bei, dass die Hitze langsamer in die Innenräume gelangt. Besonders wichtig sind dabei Dach, Fassade und oberste Geschossdecke.

Auch die Entsiegelung des Grundstücks kann einen Beitrag zum Hitzeschutz leisten. Wo Regenwasser versickern und Pflanzen wachsen können, entsteht durch Verdunstung eine kühlende Wirkung. Gleichzeitig wird der natürliche Wasserkreislauf unterstützt und das Grundstück kann bei Starkregen mehr Wasser aufnehmen.

Weitere Informationen

Informationen zu Begrünungsmöglichkeiten, geeigneten Pflanzen und den vielfältigen Leistungen von Pflanzen finden Sie auf Mehr Grün am Haus.

Die Verbraucherzentrale NRW informiert in ihrer Broschüre zur Entsiegelung über die Vorteile entsiegelter Flächen und gibt praktische Hinweise für die Umsetzung: Broschüre „Entsiegelung“.

Weitere Informationen zur Wärmedämmung von Dach, Fassade und Keller finden Sie bei der Verbraucherzentrale: Wärmedämmung.

Tipp: Messen Sie an heißen Tagen einmal die Temperatur in Ihren Wohnräumen. So können Sie feststellen, welche Räume sich besonders stark aufheizen und wo zusätzlicher Sonnenschutz oder andere Maßnahmen sinnvoll sind.

In Wermelskirchen sind bereits drei Trinkwasserbrunnen errichtet worden. Einer vor dem Rathaus, einer am Dorfplatz in Dhünn und der letzte im Dorfpark in Dabringhausen. Hier kann sich jede Bürgerin und jeder Bürger kostenlos die Flasche auffüllen oder auch direkt vom Brunnen trinken. Ein weiterer Trinkwasserbrunnen soll noch nach dem Umbau des Hüpptals dort angeschlossen werden.

Eine weitere Möglichkeit sind die Refill-Stationen, die häufig von Geschäften und Einrichtungen angeboten werden. Auch hier kann man sich kostenlos seine Flasche auffüllen lassen. Erkennbar sind die Refill-Stationen an folgendem Logo, die häufig im Eingangsbereich aufgehängt sind. Alle Refill-Stationen finden sich aber auch auf der Kühlen-Orte Karte der Stadt: hier klicken für mehr Informationen.

 

Besonders an warmen Tagen, ist es wichtig, Orte für einen kühlen Aufenthalt zu kennen, an dem zwischenzeitlich der Hitze entkommen werden kann. Gerade die Wohnung kann es häufig schnell warm werden oder auch wenn man unterwegs zwischendurch der Hitze entkommen möchte, sind sogenannte Kühle Orte eine gute Alternative. Daher wurde von der Stadt die Kühle-Orte Karte erarbeitet, die überdurchschnittlich kühle Orte darstellt und nach Orten, die sich draußen oder drinnen befinden, unterscheidet. Für jeden kühlen Ort werden Angaben zur Barrierefreiheit, der Website, um sich über Öffnungszeiten informieren zu können und andere nützliche Informationen gemacht und können in der Karte abgerufen werden. Neben den kühlen Orten finden sich auch die Trinkwasserangebote, wie Trinkwasserbrunnen und Refill-Stationen, in der Karte. Hier können Sie die Karte einsehen: Zur Kühlen-Orte Karte

Neben der Kühlen-Orte Karte gibt es den Hitzeknigge der Stadt, mit nützlichen Informationen und Tipps zum Verhalten vor und während der Hitze. Dieser wurde vom Umweltbundesamt erstellt und durch lokale Tipps und Maßnahmen von der Stadt Wermelskirchen ergänzt. Hier erfahren Sie mehr.

Die Stadt hat auch einige Tools für Zuhause: Hitzewarner für die Wohnung, die ab 28°C aufleuchten und zeigen, dass der Raum aktuell zu warm und damit gefährlich für den eigenen Körper ist sowie UV-Karten, mit denen auch unterwegs der UV-Index und der richtige Sonnenschutzfaktor überprüft werden kann, können auf Nachfrage bei Frau Pechtel im Rathaus abgeholt werden. 

Neben dem Eigenschutz, der besonders wichtig ist, arbeitet auch die Stadt an Maßnahmen zum Hitzeschutz: Einige dieser Maßnahmen finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Hitzeschutz finden Sie hier.

 

 

Wie schattig ist mein Weg?

Ab sofort können Bürgerinnen und Bürger in Wermelskirchen mit der neuen Anwendung  shaded.openroute service herausfinden, wie verschattet der geplante Fußweg ist und damit sich besser an die Hitzebelastung anpassen. 

In der Anwendung können Start und Ziel der Route eingegeben werden und dann zwischen den Monaten Mai bis August gewählt werden. Da sich im Tagesverlauf die Hitzebelastung und der Schattenwurf ändert, lässt sich die Route zu vier unterschiedlichen Tageszeiten anzeigen. Das ist besonders an warmen und sonnigen Tagen hilfreich. Gerade für ältere Menschen kann die Möglichkeit, schattige Wege zu wählen, den Fußweg angenehmer und besser planbar machen. Auch für alle anderen, die bei Spaziergängen oder im Alltag direkte Sonneneinstrahlung möglichst vermeiden möchten, bietet die Anwendung eine praktische Orientierung.

 

 

Aktuelle Hitzewarnungen des DWD

Kühle-Orte Karte

Finden Sie kühle Orte in Wermelskirchen, bei denen sie sich an heißen Tagen aufhalten können: Mehr Informationen